Spinning

25. Juli 2012 § 27 Kommentare

Gestern Spinning.

Als ich das letzte Mal beim Spinning war, habe ich gelitten wie ein Tier. In den Sattel, aus dem Sattel, mehr Widerstand, noch mehr Widerstand, in den Sattel, aus dem Sattel – der Schweiß tropfte mir von Kinn und Nase. “Mehr Rhythmus zur Musik!”, rief der Vorturner mir zu. Wenn ich nur gekonnt hätte! Am nächsten Morgen kam ich kaum von der Bettkante hoch und sinnierte über die Anschaffung von Hilfsmitteln für Bad und Toilette.

Deshalb war ich gestern auf alles gefasst: auf Qual, auf Leiden, auf Schmerzen. Nur zu Sechst hockten wir auf unseren Rädern: fünf Männer mit Waden wie Mammutbäumstämme und eine Frau in pinkem Rad-Dress in XS, mit einem Blick wie die schlangenhaarige Medusa. Ich war eingeschüchtert.

Am Ende war es das sanfteste Training seit zwei Monaten – und nach einer Stunde auch schon vorbei. Gewöhnt an zwei Stunden Bootcamp mit sprinten, abstoppen, über Kästen springen und aus Liegestützen in den Tempogegenstoß starten, war das Radfahren mit rundem Tritt gelenkschonender Seniorensport.

Also genau das Richtige. Ich werde das fortsetzen.

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§ 27 Antworten auf Spinning

  • Sascha sagt:

    Angeberin!

    ..sprach er neidvoll…

    ;-)

  • juniwelt sagt:

    Mir gefällt Spinning agagezeichnet, vor allem, weil man die Intensität selbst beeinflussen kann

  • FF sagt:

    Das Unerfreulichste am S sind diese gräßlichen Pfützen, die sich unter den Pedaleuren bilden.

    Ansonsten: eine gloriose Metapher auf’s Leben – wie irrsinnig strampeln und keinen Millimeter vorwärtskommen.

    Ceterum censeo: ‘raus aus der Fitness-Butze mit ihren Spandex-Monstern und ‘rauf auf ein richtiges Rad…

  • jpr sagt:

    Sie muessen nur ein wenig extrapolieren und schon sieht das alles sehr rosig aus: Nur noch ein paar Jaehrchen Bootcamp mit jeweiligen Steigerungen der Belastung und sie werden “nur” zwei Stunden mit ein “paar” Sprints als sehr erholsam empfinden.
    Sollen wir Ihrem Trainer da ein paar Tipps geben – nur zu Ihrer Entspannung natuerlich?

    • Nessy sagt:

      Als ich letztens mit Männergrippe schwer krank war und zusah, fragte die Co-Trainerin, nachdem die Hühner fünf Kilometer gelaufen und eine halbe Stunde Sprints absolviert hatten: “Meinst du, das ist anstrengend? Ich kann das manchmal nicht so einschätzen.”

      Ich habe dann angeregt, mal eine Trink- und Dehn-Einheit einzulegen.

  • Hartmut Schlehdorn sagt:

    Unter “gelenkschonendem Seniorensport” hatte ich mir bislang eher Schachspiel mit Gewichtsmanschetten an den Handgelenken vorgestellt. Als potentieller Kunde für mobile Sauerstoffzelte kann ich nur sagen: Respekt!

    • Nessy sagt:

      Wenn Sie konditionell nicht gut drauf sind: Nicht verzagen. Es sieht ja niemand, welchen Widerstand Sie eingestellt haben. Im Zweifel schauen Sie einfach angestrengt drein.

  • rebhuhn sagt:

    ähem – sind also Sie die pinkfarbene medusa? weil, zu sechst… ;)

  • Hm… jetzt fühle ich mich glatt wie eine Ausdauerlusche.
    Ich kämpfe mir jedes Mal einen ab, wenn ich beim Spinning bin und bin endlos froh, wenn die eine Stunde vorbei ist.

    Aber mein Trainer sieht immer, wenn ich nicht genug Widerstand drin habe, egal wie gequält ich schon gucke. Wie machen Sie das?!?!

    • Nessy sagt:

      Ich bin nun kein Experte, denn ich habe ja erst mit dem Spinning begonnen. Außerdem hatte ich offensichtlich genug Widerstand, sonst hätte der Trainer wohl gemeckert und ich würde heute meine Oberschenkel nicht merken. Wenn wir das aber alles mal außer acht lassen, würde ich sagen:

      Sie dürfen nicht in die Pedale fallen. Krümmen Sie die Beine etwas und ziehen Sie mehr hinten hoch, als dass Sie vorne runterdrücken. Es kann allerdings sein, dass die Simulation von Widerstand am Ende anstrengender ist als der Widerstand selbst.

  • Elise sagt:

    Chapeau!

  • apostelchen sagt:

    Das ist der einzige Kurs mit dem ich in der Muckibude liebäugle,bisher hab ich mich aber nicht getraut,weil da immer so riiiesen Männer mit Waden aus Stahl rauskamen nach der Stunde.Habe Sorge,dass schon vor Stundenende japsend und dem Kreislaufkollaps nahe auf (wahlweise neben dem Fahrrad)wiederfinden werde und alle anderen so beschäftigt mit Widerstand und Co.sind,dass sie ganz übersehen mich zu reanimieren.Und das Ende von diesem Lied,fände ich nun wirklich traurig.

    • Nessy sagt:

      Versuchen Sie es mal. Aber instruieren Sie vorher den Coach, dass er Ihnen alles zeigt. Dann achtet er auf Sie und belebt Sie notfalls wieder.

  • apostelchen sagt:

    Eine Frage hätte ich noch.Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Spinning und Cycling??

    • Nessy sagt:

      Sie stellen Fragen!
      Der Trainer sagte gestern “Indoor-Cycling” zu “Spinning”. “Cycling” scheint mir eher ein Oberbegriff zu sein. Radfahren halt.

    • “Spinning” ist ein Markenname, “Indoor Cycling” die abmahnungsfreie Bezeichnung.

    • OK, erst alles lesen, dann antworten. Manchmal kann man sich die Antwort dann sparen (was steht die Antwort auch nicht als Antwort. Hmpf.)

  • crocodylus sagt:

    Spinning ist ein geschützter Begriff. Wenn man den verwendet, muss man auch die Räder der Firma haben. Hat man die nicht, cycling.
    Weiß ich noch aus meinem letzten Leben, als ich gegen Polizisten (nach der Schicht )angestrampelt bin. Was für Waden!
    Zur Zeit bin ich eher froh, dass etwas ganz gemächlich voran geht. Weiß jetzt aber auch, wie Rentner sich fühlen, schneckenlangsam und überall Aua.

  • apostelchen sagt:

    Und was ist Memory wenn es nicht von DER bestimmten Firma kommt?

Was ist das?

Du liest momentan Spinning auf Draußen nur Kännchen.

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