Sommerbücher

8. September 2012 § 19 Kommentare

Der Lesehund ist wieder da:

Bücher im Juli und August

Ben Aaronovitch. Rivers of London.
Peter ist Polizist in London, hat gerade seine Ausbildung durchlaufen. Er wird Inspektor Nightingale zugeteilt, der eine eigene Abteilung innerhalb der Londoner Polizei bildet: eine magische. Er kümmert sich um Geister, Vampire und andere sonderbare Gestalten, die sich untereinander bekriegen – unter anderem den Themsegöttern. Der Schreibstil ist humvorvoll, aber die Story verworren. So richtig konnte ich mich auch mit den Charakteren nicht anfreunden. Deshalb habe ich das Buch irgendwann weggelegt.

Gianrico Carofiglio. Ad occhi chiusi (In freiem Fall).
Der zweite Fall von Anwalt Guido Guerreri – und der schwächste der ansonsten guten Reihe. Seine Klientin Martina Fumai will ihren gewalttägigen Ex-Freund vor Gericht, und nur Guerreri traut sich, dem bekannten Mann aus Bari die Stirn zu bieten. Das Buch beschäftigt sich mehr mit Guerreris Innenleben als mit dem Fall und ist deshalb etwas langatmig. Insgesamt ist die Reihe aber sehr zu empfehlen.

Linda Castillo. Die Zahlen der Toten.
Kate Burkholder ist eine ehemalige Amish und Polizeichefin in Ohio. Sie muss den Mörder einer jungen Frau finden, die eines Tages im Schnee auf einem Feld liegt – mit eine eingeritzten römischen Zahl. Natürlich läuft alle auf einen Serienmörder hinauf. Die Geschichte ist spannend erzählt und hat genau die richtige Anzahl interessanter Charaktere. Ich habe das Buch verschlungen, auch wenn am Ende ziemlich klar ist, wer der Mörder ist. Egal: gute Unterhaltung.

Herman Koch. Sommerhaus mit Swimmingpool.
Hausarzt Marc Schlosser verachtet seine Patienten. Er ist berechnend und arrogant, oberflächlich und eigennützig – und aktuell unter Verdacht, einen Kunstfehler begangen zu haben. Das Buch erzählt die Geschichte dieses Kunstfehlers, führt ins Sommerhaus eines Patienten, in dem Schlosser mit seiner Familie Urlaub macht – und in menschliche Abgründe. Herman Koch beobachtet sehr fein und schreibt mit viel Intensität. Mehr verrate ich nicht.

Pierre M. Krause. Hier kann man gut sitzen.
Fernsehmoderator Krause zieht aufs Land in den Schwarzwald und erzählt, was er dort erlebt. Launige Geschichten, leider mit zu wenig Lokalkolorit. Denn was er erlebt, kenne ich genauso aus dem Sauerland.

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§ 19 Antworten auf Sommerbücher

  • Jordan sagt:

    Ein bisschen macht mich das traurig, dass Sie und Herr Aaronovitch nicht dicke Freunde geworden sind. Denn Inspektor Nightingale ist einer der wunderbarsten Charaktere, von denen ich seit längerem gelesen habe. (Mal abgesehen von Thursday Next aus der Ffordschen Feder)

    • kinderdok sagt:

      ja, wundert mich jetzt auch.
      ich habe mir inzwischen den 2.teil per kindle im sommer zu gemüte geführt – noch besser als der erste.
      schade, dass bücher meist keine zweite chance bekommen – zumindest bei mir. und bei ihnen, frau nessy?

    • Nessy sagt:

      Eher nicht. Denn der Aaronovitch war jetzt nicht knapp am Tor vorbei, sondern ziemlich weit daneben. Nee.

    • Lobo sagt:

      Hmm, vesteh ich auch nicht, die Sache mit Herrn Aaronovitch. Ich fand die beiden Bücher absolut klasse!
      Gott sei Dank sind die Geschmäcker aber ja verschieden.
      (@Jasper Fford bleibt unerreicht) :-)

      Herman Koch ist genial, wobei ich sein anderes (“angerichtet”) fast noch ein bisschen besser fand.

    • Nessy sagt:

      “Angerichtet” werde ich auch noch lesen – allerdings nicht sofort, denn ich lese ngern zwei Bücher desselben Autors hintereinander. Jasper Fforde habe ich auf meiner Leseliste. Es besteht also noch Hoffnung.

    • jpr sagt:

      Von Fforde habe ich über den Sommer (auf fremde Empfehlung hin) Shades of Grey gelesen (ja, sehr ähnlicher Titel zu dem Anden Geschreibsel) und war sehr positiv überzeugt.
      Dass noch kein weiteres Buch hier gelandet ist, ist eigentlich nur dem Umstand geschuldet, dass der Vorrat an Ungelesenem noch so gross ist (erst wird aufgelesen, oder so).

    • Jordan sagt:

      Auf Fforde bin ich nur durch Zufall gestoßen – in Schweden haben sie den ersten Thursday-Band für nen Fünfer rausgeschmissen. Beste Investition in dem Monat.
      Ganz großartiges Leseuniversium, dass sich Fforde da ausgedacht hat. Und wenn man ein bisschen belesen ist, macht das noch viel mehr Spaß.

      Sollten Sie Herrn Fforde mal gelesen haben, wäre ich sehr gespannt auf Ihre Meinung, Frau Nessy.

  • Mascha sagt:

    Auf dem Foto sieht es auch, als ob sie den Hund mit einem Skalpell aufschlitzen wollen….wollte schon die PETA rufen und sie bis zu deren Eintreffen mit Mehl bewerfen…..aber dann bemerkte ich, daß das nur das Cover des Buches war. *Mascha ruft Kommando Waldi Schlitz Mord zurück*

  • Micha sagt:

    Bei dem Pierre M.Krause (im Fernsehen) weiß ich nie, ob ich den noch witzig oder doch nur Scheiße finden soll.

  • Geli sagt:

    Seit langer Zeit (ich glaube seit dem Treffen im Sauerland mit der Diskussion um die gelben Zucchini) lese ich hier gerne mit und sitze oft lachend oder auch nachdenklich vor deinen Geschichten. So, das musste mal gesagt werden. Der Auslöser dafür, das endlich zu schreiben, sind die Buchempfehlungen, auf die ich immer schon warte.. Einige der Bücher habe ich inzwischen auch gelesen und wurde nicht enttäuscht, andere stehen auf meiner Wunschliste.
    Danke!

  • Linda Castillo – ja, ja, ja!!!
    Ich hoffe, die zwei anderen Bücher der Reihe um Kate B. gefallen Ihnen auch, ich jedenfalls gedenke jedes weitere Buch zulesen.

  • Lobo sagt:

    Wenn dir Frau Castillo gefällt solltest du auch mal Chevy Stevens antesten, könnte deinen Geschmack treffen.

    Ich lese gerade den neuen Grange : “Der Ursprung des Bösen”.

    Hammer !

  • […] macht sich auf die Suche nach dem Motiv und dem Mörder. Solider Thriller – wie auch schon Band 1 der Kate-Burkholder-Reihe. Macht man nichts falsch […]

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