Neue Arbeitszeitmodelle: Ideen der Jugend

11. September 2012 § 41 Kommentare

Ein Chick in der U-Bahn quasselt ins Telefon:

“… ‘sch bin voll fertich, ey, wegen Schule. Wegen mir könnten die nach den Ferien ers’ma so’ne Anlaufphase machen, so zum Warmwerden ers’ma nur drei Stunden am Tach, so von zehn bis eins oder so, damit du nich’ gleich voll am Rad am Drehen bis’. Und dann wär’ gut: sieben Tage Schule am Stück und dann eine Woche frei statt fünf Tage und dann Wochenende und dann nochma’ fünf Tage. Kommt aufs Selbe raus, aber dann biste nich’ so im Arsch, Alta, ich schwör dir, ich bin total am Ende, und heute is’ ers’ Montach, ich bin vom Wochenende total am Ende. Wenn gestern jetz’ nich’ Wochenende gewesen wär’, sondern Schule, weißtu, sieben Tage Schule halt, dann wär’ heute frei und ich wär’ voll gechillt. Auch für später, für’s Arbeiten fänd’ ich das gut: sieben Tage arbeiten, dann eine Woche frei, verstehe gar nicht, warum das noch keiner eingeführt hat, Alta, so gehste doch kaputt, ey, immer fünf Tage arbeiten, nur zwei Tage frei und dann wieder fünf Tage, Alta, und wenn du irgendwo anne Kasse sitzt, ey, kannste samstags auch noch arbeiten, das ist voll hart. Deswegen, ich sach’ dir, ich und Kasse, niemals, ey, eher mach’ ich Tierarzthelferin, da kannste dich dann auch mal verdrücken und Tiere streicheln und so, dann biste nich’ schon am Montach so total durch.”

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§ 41 Antworten auf Neue Arbeitszeitmodelle: Ideen der Jugend

  • Silke sagt:

    Was soll man dazu noch sagen ?
    Alta, ey….kann man nur hoffen das die Damen und Herren überhaupt Arbeit finden.

  • Jörg Plewe sagt:

    Schreibst du da immer mit? Oder Gedächtnisprotokoll? Diktiergerät? Aber immer wieder schön!

  • Micha sagt:

    Wie das Leben so spült… :) Mal wieder bildhübsch festgehalten, liebe Madame Nessy!

    Arbeit ist nun echt nicht alles, auch wenn vorallem Deutsche das gerne so sehen. Sabbat-Jahr für alle wäre doch ne super Sache – warum ist das nur Lehrern möglich?

    Und als ich noch im 8Stunden-Rhythmus gearbeitet habe, war das Wochende keine wirkliche Unterbrechung zum (in meinem Fall) 7to4-Takt.

  • Iche sagt:

    Meine Schüler sind da mitfühlender. Heute: “Fr Iche, Sie sehen voll fertig aus.” “Ja, das wart ihr….” “Dann geben Sie uns doch Ferien, dann können Sie sich von uns erholen.” “Kann ich auch so!” *Schüler guckt verdattert. Iche: “Morgen hab ich frei und übermorgen auch. Und Freitag bin ich nicht in eurer Klasse….” Aber gut, der Gedanke zählt. Und mein Doktorantenseminar ist erholsamer als meine Rasselbande. (aber langweiliger) Irgendwas ist immer….
    Iche

  • You made my day! YMMD.
    Vielen Dank fuer den erheiternden Beitrag :)

  • Fee sagt:

    abba ächt, ey, voll logisch.

  • T.M. sagt:

    Aber die sah bestimmt gut aus. Voll blond und so.

  • frau k. sagt:

    ich empfehle dem chick krankenschwester zu werden…

    • Nessy sagt:

      Damit wäre das Thema “sieben Tage am Stück arbeiten” gesetzt. Nur mit “fünf Tage frei” und “Samstag und Sonntag nicht arbeiten” wird’s kompliziert.

    • frau k. sagt:

      mhhh. wie wärs mit nachtdienst. mehr frei danach und es ging ja nur um tagsüber wär ja eh keine arbeit…*hehe*

    • jpr sagt:

      Und die Geschichten die ich so von Veterinaeren kenne lassen auch nicht viel Hoffnung, dass das als Tierarzthelferin viel besser wird. Dass man aber auch ueberall anwesend sein muss.

    • Nessy sagt:

      Ein Job in der Fernwartung wäre noch eine Möglichkeit.

    • jpr sagt:

      Prinzipiell ‘ne prima Idee.
      Ich fürchte aber, dass – wenn man immer daheim auf der Couch hockt – irgendwann Verwirrung einsetzt, wann denn nun Arbeit und wann Freizeit ist.

  • Der Emil sagt:

    Tschüß, ruhige Rente …

  • Vielleicht sollte sich das Chick mal mit Bundesbarbie von der Leyen in Verbindung setzen…

    • Nessy sagt:

      Vielleicht können wir mit dem neuen Arbeitszeitmodell auch irgendwie das Projekt “Zusatzrente” abfrühstücken. Es gibt bestimmt Möglichkeiten, die wir aktuell noch nicht sehen.

    • jpr sagt:

      Das ist doch fast offensichtlich. Sie koennen dann zwei Jobs haben (zweimal 7 Tage arbeiten, 7 Tage frei, einfach ueberlappend). Da finanziert sich Ihre Zusatzrente quasi im Handumdrehen.

    • @jpr: Eine geniale Idee!

  • onyx sagt:

    goldene Aussichten für die Zukunft unseres Landes… *gg*

  • Ponder sagt:

    Wobei ich an sich ja nix gegen den Vorschlag mit “Fünf Tage arbeiten, fünf Tage frei” einzuwenden hätte …

    Voll gechillt und so.

    Wie immer vielen Dank für den Einblick in die UBahn, ich erlebe trotz S-Bahn-Fahren nicht so spannende Dinge (oder ich bin nicht aufmerksam genug …)

    Viele Grüße,
    der Ponder

    • Nessy sagt:

      Empfehlung: Dann fahren, wenn auch die Schüler fahren, insbesondere die, die schwänzen oder zu späterer Stunde in den Unterricht starten. Das rockt.

    • crocodylus sagt:

      Oh ja. Von den Fleißigen kannste nix lernen, aber von den Faulen.
      Mal sehen, ob sie genug Power hat, das Modell durchzuziehen.

  • schroemu sagt:

    Also ich arbeite als Krankenschwester 7 Tage (bzw. Nächte) und hab 7 Tage frei, jedem Deppen zu empfehlen Krankenschwester zu werden find ich allerdings groß fahrlässig, unser Gesundheitssystem ist eh schon am Ende, da braucht es nicht noch mehr inkompetentes “Fachpersonal”, was mich jetzt nicht besser stellen soll, aber ich weiß zumindest was ich (in) an meinem Job (zu machen) habe.

    • Ellen sagt:

      Oh, da ist aber jemandes Ironie-Detektor etwas dejustiert… :-)

      (Ich hatte neulich auch mal das Vergnügen in der S-Bahn:
      Ging darum, dass man der aktuellen, noch unerfahrenen Flamme eine fiktive Zahl verflossener Bettgenossen nannte, weil man sie nicht erschrecken wollte und Frauen sowieso immer nur die Hälfte ihrer bisherigen Verkehrsteilnehmer nennen. Das wäre dann nichtmal gelogen.)

    • schroemu sagt:

      Ich find das Ganze eher erschreckend als irgendwie lustig, auch wenn es im ersten Moment amüsant ist. Drüber nachgedacht ist das echt traurig.

    • Denken Sie nicht so viel, Schroemu.
      Wir sind auch alle irgendwie “was geworden”.

  • Richie sagt:

    Zwei Mal fünf ist gleich ein Mal sieben plus eine Woche – also aktuell würde sie an der Kasse auch nicht die Butter für das Brot verdienen ;).

    Wuderbar! Ihre Bahnfahrten könnten Bücher füllen.

  • Herrlich! Und dann muss man auch noch ernst bleiben, weil man sonst möglicherweise gleich noch “ein’ umme Ömme” kriegt, wa?! ;-)

  • Gottfried sagt:

    Also je länger ich darüber nachdenke, desto schlüssiger erscheint mir das Ganze. Irgendwie…

    Bis auf den Umstand, dass Montag Montag bleibt, egal auf welchen Wochentag er fällt.

    Davon abgesehen sind Streberinnenvorträge im ÖPNV auch irgendwie grmpfh.

  • Mascha sagt:

    Ich bin für das 1-2-1-2 System….ein Tag arbeiten, 2 Tage frei, ein Tag arbeiten, 2 Tage frei ;)

    • cousin it sagt:

      1-2-1-2 haben wir im öffentlichen Dienst, nennt sich Telearbeit. Alles wird gut. :-) Wenn man die Tage ein bisschen variiert, trifft es immer einen der Kollegen, weil es halt irgendwann niemand der Anrufer mehr durchschaut und die Arbeit sich andere “Wege” sucht.

  • Sibilla sagt:

    Vorstellungen sind das. Kein Wunder, dass die Wirtschaft den Bach runter geht … also wirklich, diese Jugend heute … ;-)

  • Solminore sagt:

    Das Mädel hat da was falsch verstanden, die Aufwärmphase gibt es schon. Findet in den letzten zwei Ferienwochen statt.

  • ingo sagt:

    my brain hurts …

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