Bücher im September

3. Oktober 2012 § 5 Kommentare

Mit Empfehlungen.

Bücher im September

Urs Augstburger. Als der Regen kam.
Als Mauro seine Mutter wiedersieht, erkennt sie ihn nicht wieder: Sie hat Alzheimer, lebt in einer eigenen Welt. Bei einem Fest tanzt sie mit ihrem unsichtbaren Geliebten. Mauro beginnt, den Mann zu suchen. Die Geschichte wird in Zeitsprüngen aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Es ist zunächst nicht einfach zu folgen, was etwas nervt. Ab der Hälfte wird’s aber besser und das Buch noch gut.

André Kubiczek. Der Genosse, die Prinzessin und ihr lieber Herr Sohn.
Kubiczek ist Sohn einer laotischen Mutter, sein Vater ist Deutscher, er wuchs in der DDR auf. In dem Buch erzählt er seine Geschichte und die seiner Familie – mit Detailtreue, Freude am Schreiben und Sinn für Atmosphäre. Der Plot fließt dahin, nimmt mal Tempo auf, wird wieder langsamer – am Ende kann man gar nicht genau sagen, was eigentlich auf den letzten vierhundert Seiten stand außer: Es war gut.

Daniel Mezger. Land spielen.
Eine junge Familie – Mann, Frau, drei Kinder – zieht aufs Land um des Landlebens willen, um rauszukommen und neu anzufangen. Die Idylle erweist sich jedoch als Illusion; am Ende bleibt die Feststellung: Egal, wohin man flieht, man nimmt sich immer selbst mit. Ungewöhnlich am Buch ist die Position des Erzählers: Er nimmt die Wir-Perspektive ein und gibt damit der fadenscheinigen Harmonie ein sprachliches Gesicht. Gelungen.

Christoph Peters. Sven Hofstedt sucht Geld für Erleuchtung.
Ich muss vorweg schicken: Ich bin kein Fan von Kurzgeschichten. Trotzdem habe ich dieses Buch gelesen. Allerdings nicht komplett zu Ende. Denn: siehe oben. Die Geschichten an sich beginnen immer vielversprechend. Die Art des Erzählens gefällt mir auch; sie ist atmosphärisch dicht, alles gut. Aber es fehlt die Pointe. Immer. Deshalb habe ich das Buch irgendwann weggelegt.

Ferdinand von Schirach. Der Fall Collini.
Der Werkzeugmacher Fabrizio Collini geht in ein Luxushotel und tötet den Industriellen Hans Meyer. Dann stellt er sich der Polizei, ohne sein Motiv zu nennen. Anwalt Caspar Leinen übernimmt den Fall – und macht sie daran, das Rätsel darüber, was die Collini und Meyer verbindet, zu lösen. Die Anwaltsstory erinnert mich stark an die Carofiglio-Bücher; mir hat sie ausnehmend gut gefallen. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen.

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§ 5 Antworten auf Bücher im September

  • Iche sagt:

    Und ich dachte, jetzt kommt was skandalöses á la 50 shades…..

  • kinderdok sagt:

    Ich finds toll, wo Sie immer die Bücher ausgraben. Bis auf den Schirach kenne ich gar keins, noch nicht mal von gehört, schlimm?
    Mein Amazonwunschzettel wird länger und länger, und wann ueberhaupt all das lesen?

    • Lobo sagt:

      Macht nix, geht mir genauso und ich bin Buchhändler. o.O
      Ich hab aber auch immer nen Stapel Neuerscheinungen herumliegen, da übersieht man das eine oder andere.

    • Nessy sagt:

      Das ist halt das totale hamma Serviceblog hier. Hier gibt’s mal total Neues, aber auch total Abgelutschtes. Für jeden Besucher und für jede Stimmung etwas.

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