Ballett aus Sicht der zuschauenden Handballerin

10. November 2012 § 46 Kommentare

Das Patenkind tanzt alsbald Ballett.

Genau genommen tanzt die Patentochter das ganze Jahr über Ballett, aber dieser Tage findet eine große Aufführung statt: Ihr Ballettstudio gibt den “Nussknacker”, und sie wird auf der Bühne stehen.

Es ist nicht das erste Mal für sie. Seit Jahren schon führt das Ballettstudio in der Weihnachtszeit den Nussknacker auf – das Stück bietet ausreichend Rollen für ganze Horden von Kindern, die Kleinen tanzen die Mäuse und die Zinnsoldaten, die Großen sind Mascha, der Mäusekönig und Drosselbart. Wer als Maus anfängt, macht später den arabischen Tanz und ist am Ende eine Schneeflocke. Oder tanzt die Hauptrolle.

Für die Zuschauer ist das Prozedere über die Jahre freilich etwas ermüdend, denn wie gesagt: Es wird jeden November das gleiche Stück aufgeführt. Das Herzenskind hat zwar stets eine andere Rolle, jedesmal eine wichtigere Rolle; angefangen hat es als Maus, es trug eine Mausemaske und war von den anderen Bühnen-Mäusen nur vage zu unterscheiden (die kundige Patentanten hatte gleichwohl kein Problem); zuletzt hat es gar Spitze getanzt, aber es lässt sich nicht leugnen, dass auch bei der fünften und sechsten Darbietung der Nussknacker der Nussknacker bleibt – ein Stück, das in seiner gesamten Länge durchaus zweieinhalb Stunden einnimmt, der Saal ist dunkel, zwei schmackhafte Stücke Kuchen von Opa Konni machen es sich verdaulich gemütlich im eigenen Innenraum, eine behagliche Schwere senkt sich auf den Körper – Sie können die Problematik vielleicht erahnen.

Als Handballerin ist mir das sportliche Ziel des Balletts überdies zu diffus. Wer am Ende die Partie gewinnt, ist reine Interpretationssache, überhaupt bin ich mehr für aggressiven Vollkontaktsport, das macht auch als Zuschauer mehr Spaß, man kann dasitzen und pöbeln, aufstampfen, gestikulieren, Foulspiel reklamieren und vor sich hin granteln: Es geht zur Sache, nicht nur auf dem Feld. Während der letzten Male Nussknacker war ich versucht aufzuspringen und Dinge zu rufen wie:

“Schritte! Das war ganz klar ein Schrittfehler!”
“Zeitspiel! Die Soldaten wollen doch gar nicht!”
“Das ist Passiv! Passiiiiv!”
“Ey!! Foul! Er hat sie durch die Luft geschleudert!”
“Das ist Rot! ROOOT!!”
“Die dreht sich doch nicht von alleine! Der hat geschubst!”
“Wo ist eigentlich der Schiri? Schiriiii!”

Bis anhin hatte ich mich im Griff, doch ich weiß nicht, wie lange ich die Contenance noch werde wahren können oder ob es dieses Jahr plötzlich aus mir herausbrechen wird, ob ich nicht spontan aufspringe, auf den Fingern pfeife und raumgreifend pöble, allein schon, um ein bisschen Schwung ins akurat gekämmte, wenngleich apathische Auditorium zu bringen. Überhaupt, wo sind eigentlich die Mettbrötchen, gibt’s keinen Fressstand im Foyer? Wieso riecht’s nicht nach Bier und Frikadelle? Warum trage ich als einzige ‘nen Jogger?

Aber das Patenkind, das wird natürlich der Matchwinner sein. Falls nicht, dann wurde ihm übel mitgespielt, das steht jetzt schon fest. Schiri, ich weiß, wo dein Auto steht.

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§ 46 Antworten auf Ballett aus Sicht der zuschauenden Handballerin

  • kvinna sagt:

    Frau! Wenn ich dies so lese, bin ich herzlich dankbar, heute, Samstag, früh drei Stunden nach Hannover und am spätem Nachmittag drei Stunden zurück an meinen Niederrhein fahren zu dürfen, weil meine Brut dem Vollkontaktsport “Kick-Thai-Boxen” fröhnt – Blut, Schweiß, Tränen!!! Jawohl!

    • Nessy sagt:

      Das ist doch mal was – da sieht man dann auch, wer gewonnen hat. Noch lieber ist’s mir ja, wenn’s ein bisschen Gerangel gibt – komplette Mannschaft, die aufeinander losgehen, aber das kommt vielleicht, wenn das Kick-Thai-Boxen im Straßenkrampf zur Anwendung gelangt.

    • kvinna sagt:

      Letzteres wird freilich ebensowenig geschehen, wie Ihr Patenkind je im Tütü an der Straßenbahnhaltestelle eine Aufführung beginnen wird. Da könn’se man upp aff, Frau Nessy!

    • jpr sagt:

      Puppentheater in der U-Bahn habe ich schon gesehen – somit spricht ja eigentlich wenig gegen Ballett an der Strassenbahnhaltestelle zwecks Unterhaltung der dort Wartenden.

  • Hartmut Schlehdorn sagt:

    Das Gute an Ballett: einmal im Spiel kann man nicht mehr ausgewechselt werden. Gerade für die Sprösslinge ein schmerzhafter Augenblick. Aber Coaching ist natürlich nur bedingt möglich. Der urbayerische Trainer- und Elternruf “Hiiiegääähh!” (hingehen, sinngemäß: hau’ ihn um!) wäre im Ballett wohl trotz zahlreicher Deckungslücken auch nicht angebracht.

    • Nessy sagt:

      Wunderbar – das könnte ich auch mal schreien:
      “Richtig so! Mach sie fertig! Tanz sie um!!”

      Die Auswechselei übt nur die Frustrationstoleranz der Kinder und hilft ihnen, andere auch mal vorzulassen.

  • jpr sagt:

    Hihihi, Ballett mit Gewinnabsichten, das waere mal was. Der gaengigen Sage nach findet der Wettbewerb ja schon statt, aber eben hinter der Buehne und vor dem grossen Abend – der Sport ist also mehr wie ein Pilz, wo ja auch nur das wenigste im Sichtbaren passiert.
    Vielleicht brauchen Sie also einfach Backstage-Tickets ?

    • Nessy sagt:

      Ich stelle mir das vor wie bei Germany’s Next Topmodel vor der wöchentlichen Laufsteg-Performance. Das ist mir zu quietschig. Nur deswegen bin ich auch nicht Model geworden.

    • jpr sagt:

      Schade. Haetten Sie doch zu dieser Profession gegriffen, koennten wir heute vielleicht Modeschauen im Sportfernsehen bewundern, weil anhand der vom Laufsteg gefallenen Models der einzelnen Designer klar ein Sieger in jeder beliebigen Fashionweek feststellbar waere. Und damit dann natuerlich auch klar, was in der naechsten Saison getragen wird.

    • Nessy sagt:

      Ich hätte dieses Laufsteg-Gestakse auf jeden Fall ein wenig mehr kompetitiv gestaltet. Bei der entgegenkommenden Schickse kurz links angetäuscht, rechts vorbeigegangen. Zack! Vernatzt!

      So in etwa.

  • Meine Patentochter tanzt zwar noch nicht Ballett, aber ich kann mich an eine frühere Freundin und deren jüngere Schwester genauso gut erinnern, damals bin ich als Kavalier zu so einem Schauspiel mitgegangen und Eindruck bei ihr zu schinden, die jüngere Schwester hab ich allerdings auf der Bühne nicht erkannt, nur zum Schein hab ich der Freundin immer zugestimmt, wenn ein kleines Mädchen von tausenden irgendwas tolles gemacht hat. Ich kann dich sehr gut verstehen Nessy. Danke für den Text ;)

    • Nessy sagt:

      Erkennen tu ich das Kind schon, und während seines Auftritts bin ich auch Feuer und Flamme, aber die Zeit dazwischen – dafür müssen die Macher sich noch etwas einfallen lassen. WLAN würde reichen.

  • crocodylus sagt:

    Kampftanzen, das wär noch was.
    Meine Patennichte macht auf Pferde und Klavier. Da ist wenig zu befürchen bezüglch öffentlicher Auftritte.. Wenigstens habe ich nichts davon erfahren

  • Der Nussknacker erinnert mich an meine eigene Kindheit mit Ballett. Und auch damals schon wurde JEDES JAHR zur Weihnachtszeit der Nussknacker aufgeführt. Nichtmal zu toppen von dem Klassiker für die etwas älteren Kinder… wie heißts doch gleich… *schnipp schnipp* komm nicht drauf… naja, der andere Klassiker eben.
    Das wird sich noch durch Generationen ziehen und irgendwann gibt es eine Horde Nussknackerballettgeschädigter Erwachsene, die sich nur noch so abgehackt, roboterähnlich durch die Weltgeschichte bewegen, wie der Nussknacker. Trauma.

    • Nessy sagt:

      Vielleicht hat die Nussknackerunterwanderung System, und das ist alles eine Geheimverschwörung. Schwanensee?

    • So viele Kinder, die auf ewig dazu verbannt waren eines der vielen kleinen Schwäne zu sein, in der Menge untergegangen sind und sich heimlich dem Traum hingaben irgendwann auch einmal die Hauptrolle tanzen zu dürfen…
      Es wird immer nur auf die eine, populäre, in den Medien rumgeisternde Szene gewartet.
      Schwanensee? Keine Alternative. Eher Teil der Verschwänung =oD

    • Das Nussknackerdilemma hört ja mit der Kindheit lange nicht auf. Schaun’se mal in die Spielpläne der angesagten Staatsballette kurz vor Weihnachten. Jede Primaballerina ist mindestens 20x Zuckerfee vor dem Ende ihrer professionellen Karriere (gut dass die schon so früh endet) und danach bereitet sie die kleinen Mäuse für die nächste Weihnachtsaufführung vor. Manchmal ist das Trauma allerdings so stark, dass sie zu Hänsel & Gretel wechselt, was ihr allerdings von den Kleinen sehr übel genommen wird (alle ausser mir durften in der Schule Nussknacker tanzen und deswegen bin ich heute beziehungsgestört).

  • meerfrau sagt:

    Haben Sie mal gesehen wie Vierjährige Handball spielen? Das ist ein bisschen wie Schach. Es geht vor allem um die Konzentration. Ordentlich aufstellen, einer hat den Ball, alle zählen die Schritte und gehen gemütlich auf das gegnerische Tor zu, wo die Gegner brav die Arme heben und ein bisschen versuchen zu blocken. Wurf aufs Tor. Alles in die andere Richtung. Manchmal schaut der Torwart gerade nicht, weil er sein T-Shirt über den Kopf zieht oder popelt. Manchmal hauen sich zwei Spieler der gleichen Mannschaft ein bisschen um den Ball oder es werden ein paar Tränen vertropft, weil man ausgewechselt wird. Offiziell werden die Tore noch gar nicht gezählt. Einige Bälle muss der Trainer wieder einfangen, weil die Kleinen gerade gedanklich auf dem Nachbarfeld sind.

    Und es ist jedes Mal das Gleiche!!! Wir sind in der zweiten Saison. Es ist possierlich, aber nicht spannend … Es gibt kein Bier und Mettbrötchen sind hier unbekannt … Sie dürfen aber gern mal mitkommen. ;-)

    • Nessy sagt:

      Wenn die Minis spielen, sehe ich sie immer nur in einem Klumpen auf den Ball zurennen. Da gibt es keine Spielaufstellung, keine Taktik. Die Taktik ist, dass alle sich auf den Ball schmeißen und einer, sollte er mal unbedrängt sein, aufs Tor zimmert. Der Ball trudelt dann irgendwie ins Netz, und der Torwart ist immer ein kleiner Dicker, der nicht rennen kann.

      Mit den Mettbrötchen, das müssten sie schon organisieren. Bei uns gibt es für Heimspieltage immer einen Hallenverkauf.

    • meerfrau sagt:

      Hungern müssen wir ja nicht. In den meisten Hallen gibt es ein Cafe, wo man kaffe og kannelsnegler und so was bekommt. Mettbrötchen würden hier nicht ankommen, glaube ich zumindest, wobei ja sonst eigentlich alles aufs Brot gelegt wird.

      Bei Euch stehen wohl nicht die Trainer mit auf dem Feld, die die Meute mit Anweisungen versorgen? Kleine dicke Torwarte kann ich auch nicht bestätigen, da wird demokratisch durchgetauscht. Aber ich kenne bis jetzt auch nur die Pampersliga, mal schauen wie das in den nächsten Jahren aussieht.

    • Nessy sagt:

      Die Trainer stehen neben der Bank, wo sie hingehören. Inzwischen werden in den Jugenden ja unterschiedliche Abwehrformationen trainiert, Vorgabe des DHB. Das finde ich sehr sinnvoll. Die Kleinen spielen seither ziemlich geordnet.

  • also, ich war auch mal beim Ballett. Übungsstunde mit einer Freundin, die ich da gerade besuchte.
    Aber ich hab erst nen Krampf im einen Fuß gekriegt, dann im anderen, dann in der Wade und am nächsten Tag hatte ich Muskelkater an ALLEN Körperteilen. Das hat mich kuriert: Ballett ist nix für mich.
    Handball allerdings auch nicht. Ich mag Vollkontaktsportarten lieber als Zuschauer.
    Selber bin ich eher für Ausdauerkram zu haben. Jeder allein auf der Strecke. Solange dich keiner überholt, bist du gut.

    • Nessy sagt:

      Ballett ist zweifelsohne anstrengend. Zuletzt habe ich beim Bügeln zur Probe ein paar Minuten auf Zehenspitzen gestanden. Da platzen irgendwann die Waden. Und überhaupt – diese Körperspannung. Kein Wunder, dass die alle so dürr und sehnig sind.

      Ausdauer, nun ja. Kann man machen. Ich hatte noch nie Ausdauer. Oder sagen wir: mehr als Rainer Calmund, aber das war’s dann auch schon.

    • Peter sagt:

      “Solange dich keiner überholt, bist du gut.”
      Deshalb fahre ich auch immer am liebsten alleine ;-)

  • Jörg Plewe sagt:

    Ich grinse in mich hinein und bin ob der liebevollen Patentante gerührt. Sehr schön!

  • Allabouteve sagt:

    Im Ballett gibt es sehr wohl einen permanenten Kampf. Ich habe selber -lang, lang ist’s her – Ballett gemacht und es galt stets: gewonnen hat die, die das Bein ein bißchen höher kriegt, ein paar Pirouetten mehr dreht oder höher springt als anderen. Der Preis: der Aufstieg in die nächst höhere Liga, also z.B. von den Anfängern zur Fortgeschrittengruppe,, von der Maus zum Stern im Nußknacker usw. usf. Und ich sag Euch: der Kampf zwischen den Mädchen ist beinhart. Und Mettbrötchen gab’s auch nicht.

  • Obwohl ich schon wirklich müde bin, nach einem langen Arbeitstag, huscht mir gerade ein Lachen übers Gesicht. Köstlich!!

  • perli sagt:

    Ich hatte vor meinen Murkel (2) auch in 2-3 Jahren zum Ballett zu schicken. Leider schaut sie der Mama immer beim Training zu und will jetzt Karate machen. Das war so nicht geplant!!! ;-)

    • Nessy sagt:

      Vielleicht kann man das irgendwie verbinden. Ich weiß zwar noch nicht wie, aber es könnte eine Trendsportart d’raus werden.

  • Lobo sagt:

    Ich geh lieber nicht zu solchen Veranstaltungen. Ich schnarche immer so laut. :-)

  • susa sagt:

    Erst jetzt nach Lektüre dieses Beitrages weiß ich den Opfermut meiner Mutter zu schätzen, die 11 Jahre lang insgesamt 4 Kinder und mehrere Nichten und Neffen durch denselben Kindergarten geschleust hat, und sich jedes Jahr vor Weihnachten das gleiche Krippenspiel ansehen durfte. Der hoffnungsvolle Nachwuchs wahlweise als Hirte, Schaf, Engel, Josef, Maria und damit alle Kinder eine Rolle bekamen, wurde immer noch einiges allegorische Drumherum erfunden, zum Beispiel Blockflöten-, Triangel- und Xylophonspieler und ich glaube, Mäuse waren auch mal dabei.

    Und das alles ohne Mettbrötchen und zu einem Zeitpunkt, an dem man schon keine Lebkuchen oder Dominosteine mehr sehen konnte.

    • Nessy sagt:

      Blockflötendarbietungen sind wirklich die Hölle, solange es nicht erwachsene Blockflöten sind, also eine Altflöte in Zusammenarbeit mit jemandem, der sie spielen kann.

    • susa sagt:

      ja, nicht wahr, wie in dem alten Kindergärtnerinnenwitz:

      - Was ist schlimmer als eine Blockflöte?
      - zwei Blockflöten!

  • Dem Sohn von Freunden wurde durch seine Frau Mama Ballet als ‘Tanzakrobatik’ schmackhaft gemacht, nicht etwa weil Frau Mama da ein eigens Kindheitsdefizit aufarbeiten wollte, sonderen weil der Kerl klein, zapplig und die Balletschule ums Eck liegt … er macht das jetzt seit gut 9 Monaten sehr erfolgreich und mit viel Spaß … nach diesem Blogeintrag fürchte ich jeden Telefonanruf …

  • Gottfried sagt:

    Also nach meiner bisherigen Überzeugung manifestiert sich ja das Grauen in Form von Kinderchören und Blockflötendarbietungen. Aber die geschilderte, sich jährlich wiederholende Situation scheint ein vergleichbares Potential zu haben.

  • Anja sagt:

    Ich als ehemalige Handballerin finde Ballett – die Tochter des Hauses tanzt hier – ganz ok. Ich meine, eh ich JEDES Wochenende auf dem Fussballplatz stehen muss und das bei Wind und Wetter – nö. Da finde ich einen plüschbezogenen Theatersessel einmal im Jahr bequemer. Und keine verschlammten T-Shirts etc. Zum Glück ist unsere Ballettschule kein Traum in rosa, Röckchen sind Tabu, nur die ganz Kleinen haben eine Rüsche am Body. Bei der jährlichen Wir-zeigen-was-wir-gelernt-haben-Show geht es bei uns wesentlich gnädiger zu als bei Ihnen: Jedes Jahr wird ein anderes Ballett aufgeführt, wobei auch Profis mittanzen, da die Ballettschule einer professionellen Ballett-Compagnie angeschlossen ist, so ist es an sich für mich als Laie ganz ok. Der Nussknacker wird hier natürlich auch jedes Jahr – aber von den Profis -aufgeführt, wobei sich die Eleven für die Kinderrollen (Mäuse etc.) bewerben können. Die geben dann aber auch 5/6 Vorstellungen – also nur was für wirkliche Ballettratten (und deren Mütter – es sind immer die Mütter.)

    Das sportliche Ziel beim Ballett war für mich damals, meiner Tochter eine ordentliche Körperhaltung und einen leidlich anmutigen Gang anzutrainieren – an beidem mangelte es ihr sehr. Das hat auch ganz gut geklappt. Zusätzlich musste irgendwas ihren Bewegungsdrang kanalisieren. Jetzt kann sie wenigstens eine ordentliche Pirouette – das senkt die Verletzungsgefahr und erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit von Glastüren, Fernseher und Co. Zu meiner Überraschung ist sie dabeigeblieben, obwohl das ganze „Training“ – vor allem die Übungen an der Stange – nicht wirklich nun, naja, sagen wir mal: nicht gerade spannend sind. Als Anfängerballettmutter weiss man nicht wirklich, worauf man sich einlässt… Zum Ausgleich macht sie Taekwondo, wo sie sich dann ordentlich rumprügelt (vorzugsweise mit Jungs) und Tonnen an Medaillen holt. ;-)

  • Dorothea sagt:

    Zum Thema Blockflöte muss ich jetzt doch noch ein Schmankerl beitragen. Bitteschön, die 22 Sekunden hält man aus:

  • Barbamolle sagt:

    Herrlich geschrieben! Selten so lauthals beim Bloglesen gelacht. Außerdem an den ersten eigenen Bühneneinsatz erinnert worden: Baum. Leider in keine große Karriere gemündet, hätte sonst eine interessante Anekdote werden können.

  • [...] Barbamolle kommentiert, dass sie ihre erste Bühnenerfahrung als Baum sammelte, ein Einsatz, der leider in keine großen [...]

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