Der Rest vom Ruhrgebiet: Die Essener Weststadt

16. November 2012 § 45 Kommentare

Es begann alles in Hamburg.

Herr Buddenbohm schrieb über Hamburg, natürlich über Sankt Georg, worüber auch sonst, dort wohnt er schließlich. Danach hat er andere Leute dazu gebracht, über einen Hamburger Stadtteil zu schreiben. Frau  Anne findet, das sollte nicht auf Hamburg beschränkt sein; das schaffen wir für das Rubrgebiet auch. Ich schließe mich ihr an und schreibe über die Essener Weststadt. Wer mitmachen will, ob als Gastblogger oder auf seinem eigenen Blog, der melde sich bitte bei Frau Anne – sie sammelt das ein.

Die Weststadt, ein Niemandsland

Gebäude. Geäst. Essen-West.

Die Weststadt ist ein Niemandsland.

Eingekeilt zwischen einer der freudlosesten Universitäten des Landes und Deutschlands einzigem Innenstadt-Ikea auf der einen Seite, einer Bahntrasse, der Autobahnauffahrt nach Mülheim und dem Gebäude-Koloss des größten deutschen Regionalzeitungsverlags auf der anderen Seite ist sie selbst: nichts. Nicht Frohnhausen und nicht Holsterhausen, nicht Innenstadt und schon gar nicht Rüttenscheid, kein Stadtteil im eigentlichen Sinne, alles grenzt nur an. Die Essener Weststadt ist eine Ansammlung von Brachflächen, Elektronikmärkten und Möbelhäusern, kleinen Gewerbetreibenden und, ach ja, da war doch noch was, dem Collosseum, der ehemaligen Kruppschen Werkstadthalle, die bis 2010 monumentale Musicalstätte war und die man jetzt mieten kann. Zwischen all dem gibt es ein paar Wohnhäuser und zwischen all dem habe ich fünf Jahre meines Lebens gelebt.

Als ich hinzog, sagte die Torfrau, dass viele ihrer Kunden von dort wech kämen. Sie arbeitet in einem Kinderheim, einer Inobhutnahmestelle, dort, wo die Kinder zuerst stranden, wenn es in der Familie nicht mehr geht. Tatsächlich zog mir gegenüber bald die Ketchup-Familie ein, Stammgäste des Kännchen-Cafés kennen sie noch, eine Mutter mit ihren vier Kindern, der Vatta im Knast, so wusste es der Oberinspektor zu berichten. Drei Straßen weiter befindet sich auch heute noch die Essener Suchthhilfe, ausgerechnet in der Hoffnungsstraße.

Trotz aller Gegenargumente habe ich gerne dort gewohnt, denn die Weststadt ist zwar nichts, sie ist aber nah bei, nah an der Innenstadt, nah am Hauptbahnhof und nah an Rüttenscheid, diesem Prenzlauer Berg Essens – nun ja, so ungefähr. Nachts hörte ich von der einen Seite das Feuewerk, das die Musicalbesucher verabschiedete. In all den Jahren habe ich es nie gesehen, immer nur das Knallen und Knistern der Feuerwerkskörper gehört, ein Autohaus versperrte den Blick. Auf der anderen Seite erklang die Bahntrasse zum Hauptbahnhof, das Rattern und Klappern von Waggons in der Nacht, das Hupen von Lokomotiven, schwere Güterzüge. Dazu das unterschwellige Rauschen der A40, dieser Schlagader, die im Ruhrgebiet alles am Leben erhält und sich, chronisch verstopft, seit Jahrzehnten vorm Infarkt befindet. Es waren fast poetische Geräusche, leise hallend und vom Mond beschienen, die Geräusche einer Großstadt, der ehemaligen Schwerindustriestadt, Stadt der Konzernzentralen.

Essen-West, verschneit

Eine Enklave.

Ich lebte also im Niemandsland, aber wir haben auf uns achtgegeben, der Unterinspektor, der Mann mit dem kleinen, weißen Hund, der papierdünne Opa und ich – und alle gemeinsam haben wir nach dem Oberinspektor gesehen, der nach dem Tod seiner Frau zu vergehen drohte wie eine welke Tulpe; und nach der Ketchup-Familie, damit den Jungen nichts Böses widerfuhr, etwas, das ich der Torfrau hätte erzählen müssen, so dass die Ketchupkinder in ihre Obhut kommen. In der Weststadt lebte auch Angela, eine Frau mit Tetraspastik, deren Rollstuhl einen kleinen Elektromotor hatte, dessen Batterie immer nur für den Hinweg ausreichte. Ich traf sie stets, aus der Innenstadt kommend, auf der Alfred-Herrhausen-Brücke, ihre Hände drückten gegen die Räder, zitterten vor Anstrengung. “Die Batterie ist alle, nie reicht die Batterie”, sagte sie jedesmal, und ich schob sie nach Hause. Nicht ein Mal erkannte sie mich bei diesen zahlreichen  Begegnungen wieder, und so stellten wir uns stets von Neuem vor, während ich sie in ihre winzige Wohnung fuhr.

Irgendwann wurde neben den City-Ikea, in den ich für Teelichter immer zu Fuß ging, ein Shoppingtempel gebaut – mit 70.000 Quadratmetern eines der größten innerstädtischen Einkaufzentren Europas, etwas, das sonst nur auf der grünen Wiese entsteht. Aber Essen hat keine freien Wiesen, Essen ist voll, deshalb wurde erst etwas abgerissen und dann dieses riesige Rund, ein Ufo mit bunten Lichtkugeln, mitten in die Stadt gesetzt – mit Kraft, Lärm und Gewalt, so geht’s im Ruhrgebiet, auch wenn Stahl und Kohle nicht mehr hier zu Hause sind.

Mit dem Einkaufszentrum gab es plötzlich einen Bäcker in meiner Nähe – nicht nur einen, sondern gleich mehrere, wie das in einem Einkaufsparadies so ist, und ich konnte Samstagsmorgens dort hingehen und Brötchen holen. Wenn ich dann mit wirrem Haar und in Schlumperhose zwischen all den angestrengten Shoppingwütigen stand, war ich ganz Weststadt: irgendwie unsichtbar, irgendwie nicht schön, aber trotzdem da.

Neben das Ufo und die ehemalige Krupphalle Collosseum, auf das Areal eines Güterbahnhofs, wird seit meinem Fortzug eine neue Stadt gebaut. Die Planer nennen sie die “grüne Mitte Essens“, ein kleines Venedig mit Kanälen und teuren Eigentumswohnungen, ein Universitätsviertel, in dem keine Studenten wohnen werden. Das Niemandsland wird Hippsterland.

Als ich vor einigen Monaten wieder einmal in Essen war, ging ich auch durch die Weststadt – und habe natürlich den Oberinspektor getroffen. Es geht ihm gut.  Er war zuletzt sogar in Italien im Urlaub, ohne seine Frau, mit einer Busgesellschaft, das sei sehr traurig gewesen, aber auch schön. Er habe seine Lebensliebe im Herzen mitgenommen, sagte er, so sei es fast gewesen wie zu Zweit.

[Ergänzung von Elizabeth]

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§ 45 Antworten auf Der Rest vom Ruhrgebiet: Die Essener Weststadt

  • Markus sagt:

    Sehr schöne Beschreibung. Seit ein paar Jahren arbeite ich im Nordviertel und bin immer wieder erstaunt darüber, wie viel sich hier tut. Und ich bin froh jeden Abend wieder in die Bahn steigen zu können, an meinen geliebten Niederrhein zurückzukehren, wo es grün ist und die A3 soweit weg, dass man sie nicht hören kann.

  • Orinoko sagt:

    Sehr atmosphärisch beschrieben, aber sagen Sie mal, liegt da etwa schon Schnee auf Ihrem Essen?

  • chat noir sagt:

    Ich habe vor vielen Jahren in Steele gewohnt. Eigentlich wollte ich damals nicht nach Essen ziehen, kam aus einer kleinen Stadt im grünen Nordhessen und hatte die Bilder des früheren Ruhrpotts im Kopf. Und ich war positiv überrascht als ich Essen richtig kennenlernte. Als ich nach zwei Jahren wieder gehen musste, war mir die Stadt ans Herz gewachsen und ich doch traurig. Seither versuche ich jedes Jahr, wenigstens die “Essener Lichter” noch einmal zu sehen. Leider vergebens.

    • Nessy sagt:

      In Steele wohnend, konnten Sie Essen ins Herz schließen? Das hielt ich bislang für unmöglich.

    • Johanna sagt:

      Sie brechen eine Lanze für die Weststadt, schön und gut. Aber dann dieser Satz über Steele, Frau Nessy! Unglaube und… ja, leichte Empörung

  • [...] schon geht’s los. bzw. weiter Die liebe Nessy schreibt über die Essener Weststadt. Da ist viel. Und gleichzeitig nichts. Aber das liest man bessser bei ihr [...]

  • jpr sagt:

    Schoen, schoen, schoen. Was vielleicht die Umgebung nicht hergibt machen Sie offenbar direkt mit Herz wieder gut. Und kleine Freuden koennen sich ueberall manifestieren (und wenn es “nur” eine Reihe Baecker sind). Danke.

    • Nessy sagt:

      Die Menschen machen die Stadt. Immer. Deshalb ist Düsseldorf auch so doof.

      Beschwerden bitte hier einfüllen:

      |__________|

  • Darcy sagt:

    So schöner Text! Das Ende hat mich wirklich gerührt!

  • energist sagt:

    „Gebäude. Geäst. Essen-West.“ Mit so einem poetischen Kracher am Morgen kann der Tag ja nur ein Hammertag werden.

    Danke für die schöne Beschreibung Frau Nessy. Ich kann mit „dem Pott“ ja nun eigentlich nicht so wirklich viel anfangen – und nun möchte ich den nächsten Zug nehmen und dort (derzeit vielleicht in einer sehr warmen Jacke) durch die Straßenzüge spazieren.

    • „Gebäude. Geäst. Essen-West.“
      dachte ich auch.

    • Nessy sagt:

      Sowas fällt mir nur nachts um vier ein, wenn ich nicht schlafen kann und mein Hirn wirr ist.

      @Herr energist: Durch die Straßenzüge spazieren? Mmmmh. Ich suche Ihnen besser vorher welche raus. Sonst könnten Sie enttäuscht sein.

  • Anne sagt:

    So schön. Ich kenne die Weststadt ja eigentlich eben nur von der ganzen Gewerbelandschaft, IKEA, Conrads und was es da noch gibt und weil wir da immer durchfahren, wenn wir zum Limbecker Platz wollen. Dass da Leute wohnen, kann einem da fast absurd vorkommen, aber natürlich wohnen da Leute.

    • Nessy sagt:

      Es gibt tatsächlich Leute, die dort wohnen. Ich habe im alten Weststadtviertel gewohnt, direkt hinter Conrad gibt’s ja auch das neue, ein Planquadrat mit Spielplatz drinnen. Dort bin ich aber immer nur vorbeigegangen, wenn ich zu Ikea wollte.

  • Boeke sagt:

    Super Text, Frau Nessy! Ich kenn´ Essen nur von der Equitana, daher kann ich nicht beurteilen, WIE zutreffend Ihre Beschreibung ist. Aber sie ist toll geschrieben, nochmals mein Kompliment!

  • Iris sagt:

    Oh, liiiiiiiiiiiiebe Frau Nessy…. so unschätzbar wertvoller Text und besonders das Warme zwischen den Zeilen, hach!
    Bin ein Überruhrer Kind, mein Elternhaus bewohnen heute die Nachbarn, meine beste Freundin ist immer noch die Verbindung in diese JA! liebenswerte Stadt! Und das beste ist Ihr Kommentar zu Düsseldorf, stimmt 100%ig!
    Als nur noch Besucherin erschrecke ich jedesmal, wie sich die Kettwiger und Limbecker selbst abwirtschaften (für Nicht-Essener: Das sind die beiden Einkaufsstraßen, denen Essen das Label “Die Einkaufsstadt” verdankt).
    Und ja, als ehemalige Süd-Ost-Bewohnerin hab ich auch nie bemerkt, dass in Ihrem alten Viertel tatsächlich neben Gewerbe auch Menschen wohnen.
    Wie konnten Sie aus Essen eigentlich jemals wegziehen? Ich wurde irgendwie beruflich weggespült, nur um zu merken, dass die Ruhrgebietler die offenherzigsten, am Anderen interessiertesten und gradlinigsten unter der Sonne sind. Ja, ich weiß, hat auch Kehrseiten ;-)Aber wer je in Bayern oder Schwaben als Zugezogener Fuß fassen wollte, kann das vielleicht nachfühlen…
    Daher: Ein Hoch auf’s Revier, ganz besonders auf Essen und sehr besonders auf Sie!
    Liebe Grüße, Iris

    • Nessy sagt:

      Überruhr ist auch ganz prima. Dort war ich mal sportlich unterwegs. Ein sehr netter Stadtteil mit super Leuten.

      Die Bayern fand ich während einer Zeit in München eigentlich recht unkompliziert, sogar die Hamburger nahmen mich freundlich – obwohl die Leute aus dem ja nicht so ein großes Spektrum am Emotionen zur Verfügung haben sollen.

  • Himmelhoch sagt:

    Hallo, als “Gastkommentar” möchte ich ein wenig über Essen, mehr aber über das Ruhrgebiet, wo ich vor kurzem 14 Tage voller Begeisterung zu Besuch war, das hier beisteuern:
    http://clarahimmelhoch.wordpress.com/2012/10/21/urlaubsreminiszenzen-ruhrgebiet-teil-1/
    Ich weiß nicht, zu welchem Stadtteil die Nieswand-Allee gehört, ich kenne nur die U-Bahnstation und meine nette Verwandtschaft dort. Und die anderen wohnen in Bochum und in Duisburg – ich fand es toll, wie die ungenutzte Industrie jetzt wieder neu genutzt wird.
    In Oberhausen die Slinkybrücke ist zwar nicht umgewandelte Industrie, aber trotzdem schööööööööööön:
    http://clarahimmelhoch.wordpress.com/2012/10/27/urlaubsreminiszenzen-teil-5-2/
    Und wer als Ruhrgebietler “Tiger und Turtle” oder die tollen gesprayten Wände im Rheinpark in Duisburg noch nicht kennen sollte, dann husch-husch:
    http://clarahimmelhoch.wordpress.com/2012/10/24/urlaubsreminiszenzen-teil-3/
    Und jetzt endlich zu der umgewandelten Industrie im Landschaftspark Duisburg:
    http://clarahimmelhoch.wordpress.com/2012/10/22/urlaubsreminiszenzen-ruhrgebiet-teil-2/
    Verzeihung, dass ich mich als Neuling hier gleich mit so vielen Links eingebracht habe, doch ich wollte auch andere an meiner Begeisterung über das Ruhrgebiet, wie es eine Touristin erlebt hat, teilnehmen lassen.
    Liebe Grüße von Clara H.

    • Nessy sagt:

      Kein Problem mit den Links – ich musste sie nur freischalten, weil WordPress den Beitrag sonst für Spam hält.

      Begeisterung für das Ruhrgebiet erlebt man ja eher selten, deshalb freue ich mich sehr über Ihren Post.

    • Himmelhoch sagt:

      Sehr, sehr gern. Ich war als Kind Ende der 50er Jahre viel in Oberschlesien, dem polnischen Pendant zum Ruhrgebiet, nur alles noch schlimmer, noch dreckiger, noch rußiger – alle Häuser mit Rissen usw. – Und deswegen hatte ich von Anfang an einen Draht zum Ruhrgebiet, zumal alle Verwandtschaft aus Kattowitz und Beuthen jetzt nach Essen und Bochum gezogen ist.

  • [...] Dieser Blogpost entstand auf Anregung von Anne Schüßler, die es gerne Herrn Buddenbohm  ähnlich tun wollte, der über St. Georg schrieb und andere Menschen einlud, ihr Hamburger Stadtteil vorzustellen. Sie sammelt aber das Ruhrgebiet. Anne Schüßler über Essen-Holsterhausen Frau Nessy mit dem Kännchen über die Essener Weststadt [...]

  • Sooliloqui sagt:

    Ich mag Sie.

  • kvinna sagt:

    Frau Nessy, dafür haben Sie einen Literaturpreis verdient! Echt!

  • christiane sagt:

    Toller post, und das Ruhrgebiet mag ich sowieso sehr. Kleine Korrektur zu den Schweden und ihren Möbelverkaufsstandorten – hier in Tempelhof gibt es auch einen Innenstadt-Ikea; zu dem ich, wie Sie, hauptsächlich wegen Kerzen und Teelichtern laufe. (Der in Spandau ist streng genommen auch Innenstadt, andererseits liegt Spandau wiederum “bei” Berlin, zählt also nicht richtig:)

    • Nessy sagt:

      Ach, in Tempelhof gibt’s auch einen Ikea mitten in der City? Ich dachte bislang, Essen gilt als einziger Innenstadt-Standort. Naja, vielleicht wird nur anders gezählt, weil’s halt Tempelhof ist.

  • Sandra sagt:

    Nach dem Lesen Ihrer kleinen Liebeserklärung hielt ich kurz inne, damit der Moment des Lesens, des Eintauchens in Ihr altes Viertel noch etwas länger anhalten würde.

    Vielen Dank für diese liebevolle Beschreibung. Und ja, ich teile Ihre Meinung, die Menschen machen die Stadt!

  • [...] das ist so ein bisschen (wie Nessy auch schon schrieb) das Prenzlauer Berg Essens. (Relativ) junge Familien mit Kindern und gehobenem Einkommen, [...]

  • Danke, Frau Nessy.

    Ich lese hier (und früher) jetzt schon so lange mit, aber ich weiß immer noch nicht, wie genau Sie das anstellen – mit Worten allein Stimmungen auf diese spezielle Art wiederzugeben, die Einem das Gefühl vermittelt, man stünde live mittendrin.

    Und immer wenn ich vielleicht drauf und dran bin zu glauben, als Blogger, als Erzähler vielleicht auf einem ganz guten Weg zu sein, dann besuche ich den Kännchen-Blog.
    Und dann wird mir wieder klar, dass mein Weg noch weit ist.

    Nochmals: Danke.

  • Eine sehr anschauliche Beschreibung – ein Blick hinter die Kulissen der Ruhrstadt, in der ich geboren und aufgewachsen bin und in die ich gerne wieder zurückkehren möchte … weg vom linken Niederrhein, zurück zur Ruhr … ach …

    • Nessy sagt:

      Dass man vom Niederrhein weg will, verstehe ich. Mit den Rheinländern bin ich nie ganz warm geworden, obwohl die doch angeblich immer so lustig sind.

  • Schöne Beschreibung der Stadt meines Herzens. Ich bin täglich am Ufo und den Penistürmen (offiziell heißen sie wohl Weststadttürme) vorbei gelaufen und wusste auch nie wo genau ich da jetzt wohne. Im Stadtbild irgendwie so dazwischen. Nicht richtig Innenstadt, aber auch noch kein echter Stadtteil.
    Die Atmosphäre, die du beschreibst, kenne ich so aber nicht. Ich habe in der Brücken-Parallelwelt gewohnt und da gab es immer nur vor Energie strotzende Studenten, Parties, Sit ins und heiter Sonnenschein.

  • Elizabeth sagt:

    Ich kenne die Frau mit dem Rollstuhl, dessen Motor zu schwach war, um auch nur kleine Steigungen zu schaffen, auch. Ich kenne ihren richtigen Namen und sie kennt meinen, den hat sie auch nie vergessen, obwohl wir uns zu den gleichen Gelegenheiten getroffen haben wie ihr beide es anscheinend getan habt: Ich ging zur Arbeit oder kam von ihr und half M. entweder in die eine oder andere Richtung über die Brücke.
    Sie ist körperlich schwer beeinträchtigt, aber geistig sehr rege, intelligent und interessiert, ich betone das so, weil ich sie bei dir im Weststadt-Artikel falsch dargestellt finde. Der äußere Anschein täuscht bei ihr gewaltig.
    Mir ist wichtig, das richtig zu stellen.
    Elizabeth

    • Nessy sagt:

      Die Darstellung sollte nicht negativ oder abwertend rüberkommen. Ich habe nur versucht zu beschreiben – aber jeder liest einen Text anders, deshalb habe ich Ihren Kommentar unter dem Beitrag verlinkt.

  • Marlena sagt:


    Kostenlose Kleinanzeigen aus ganz Essen. Inserieren Sie noch heute Ihre Kleinanzeige in Essen. Verkaufen, tauschen oder verschenken Sie auf http://www.Essen-verkauft.de Stark für unsere Region Essen.

  • Stella sagt:

    Es ist gleich halb drei und ich will seit mindestens zwei Stunden ins Bett. Ich lese mich fest. Jetzt sehe ich: Nicht nur Sauerländerin (habe einige Jahre bei Meschede gewohnt, in Frenkhausen), sondern auch noch mit Essener Vergangenheit. Wenn ich das Bild da sehe, mit diesem typischen Schimmer über den rührend hässlichen Häusern, muss ich fast heulen, weil ich mich viele Jahre zurückkatapultiert fühle – oder eben gerade nicht. Ich hab nämlich an der freudlosen Uni studiert (die ich gar nicht so freudlos fand) und zwischen Ost- und Nordviertel mit meiner ersten großen Liebe gewohnt. Mittwegstraße. Ich hab das geliebt, ja, ich war da ein paar Jahre sehr glücklich, aber bevor ich jetzt ins Erzählen gerate, hau ich mich aufs Kissen – aber ich komme wieder. Versprochen!

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