Neues von der Trendpolizei

26. November 2012 § 42 Kommentare

Dieses Blog ist ein Serviceblog. Auch in Sachen Trends.

Deshalb jetzt der Pro-Tipp für alle Mopedrocker, die noch melonenhäftengroße Kopfhörer auf ihre Schädel schnallen: Ihr seid absolut unkultig. Im Ruhrgebiet – und wir wissen ja alle, dass die naturcoolsten Upstyler aus dem Pott kommen – hört man die Lalla neuerdings mit lässig über die Ohrmuschel gehängten Stöpseln.

Neuer Trend: Baumelstöpsel

Nachgestellte Szene

Allein heute habe ich in meiner Funktion als Style-Polizistin vier Pubertanden mit Baumelstpöseln gesichtet – unabhängig voneinander! Klar, der Sound kommt nicht so gut rüber, wenn die Hörer außerhäusig bammeln, aber Ihr müsst halt entscheiden: entweder Klangorgasmus oder derber Hipster. Dreht einfach die Lautstärke auf Vuvuzela, dann geht sich’s schon aus. Wenn’s zu sehr dengelt, keine falsche Scham: Die U-Bahn hört gerne mit.

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§ 42 Antworten auf Neues von der Trendpolizei

  • das sieht bei Ihnen auch sehr lässig aus ;)

  • Beim ersten Hinsehen habe ich das glatt für die neueste Ohrschmuck-Mode gehalten…

    • Nessy sagt:

      Es ist halt alles: Ohrschmuck und Soundwerkzeug. Das macht’s ja so herbe krass.

    • jpr sagt:

      Vermutlich hatten die Cheker von den schweren Halsketten Nackenstarre und haben sich nun was leichteres gesucht, dass immer noch krass aussieht.

      Aber ohne voll in abgeklaert klingen zu wollen: die ersten Verpeilten, die den Stoepsel nicht ins Ohr gesteckt bekommen haben habe ich hier schon vor Monaten gesehen. Und gegen die eine Zeitlang verbreiteten Schepperlautsprecher an den Geraeten finde ich es fast einen Fortschritt.

      //PS. Heissen solche Fotos nicht eigentlich Symbolfoto?

    • Nessy sagt:

      Dann kommt der Trend also aus der Schweiz. Wahrscheinlich wandert er von Süd nach Nord und wird in Kürze auch Ostfriesland erreichen.

    • jpr sagt:

      Ich dachte die staendigen Einwohner von Ostfriesland tragen alle Ohrmarken? Passt denn da noch ein Stoepsel?

    • Nessy sagt:

      Ist so eine Ohrmarke nicht oben an der Ohrmuschel angebracht – wie beim Steiffteddy?

    • Lobo sagt:

      Wir tragen keine Ohrmarken mehr, heutzutage sind wir gechippt ;-)
      Dauert bestimmt noch ein bis zwei Jahre bis das hier in Ostfriesland ankommt. ;-)

  • jpr sagt:

    Zweite Alternative: die Neunziger kommen wieder. Und wie sollen Sie so ein Innenohr-Lala sonst falsch herum tragen?

  • Ach was. Ist denn der sound dieser in-ear-Teile wirklich gut?

    Was ich bisher selbst aus dieser Ecke angehört habe, war entweder blechern, oder mir taten bald die Ohren weh, weil die Dinger nicht eben bequem waren…

  • Der Emil sagt:

    Oh, ich habe da ganz wunderbare Teile von Sennheiser, die ich nur aus dem Ohr nehme, wenn ich etwas von den Umgebungsgeräuschen (Stationsansage und so) mitbekommen mag … Dumdideldei deswegen ausschalten? Kommt nicht in die Tüte!

    • Nessy sagt:

      Eben. Die Jugend möchte etwas von ihrer Umgebung mitbekommen. Das ist prinzipiell lobenswert.

    • strike sagt:

      Ich denke, eher umgekehrt: Die Umwelt soll was vom epischen Musikgeschmack des Baumelstöpselträgers mitbekommen — wenn keiner guckt … ääh, mithören könnte …, kann man die Dinger schnell wieder reinstöpseln und hat den vollen Sound. Best of both worlds.

  • kvinna sagt:

    Hat mich der Trend mal wieder zweimal überholt??? Ich habe gerade erst geschnallt, dass diese den Schallschutz-”Mickymäusen” ähnlichen, die Ohrmuscheln der Kiddies vollständig verdeckenden Tonverbreiter aktuell DAS Statussymbol sind – und nun soll das schon wieder vorbei sein??? Ich bin alt….

    • Nessy sagt:

      Vielleicht ist der Trend nur noch nicht bei Ihnen angekommen. Wie gesagt, wir hier im Ruhrgebiet sind immer ganz weit vorne.

    • kvinna sagt:

      Frau Nessy, ich wohne in der wunderbaren Grafenstadt Moers. Gebürtig aus dem grünen (!!!) Duisburger Süden, bin ich damit ja nicht wirklich weit ab vom Ruhrgebiet – weder innerlich noch äußerlich. Obwohl ich von Herzen gern am Niederrhein lebe, ist der “Pott” mir noch immer lieb.

    • Nessy sagt:

      Niederrhein, das ist ja hinter den sieben Bergen.

  • Tim sagt:

    Ich wage die Hypothese, dass das kein Trend ist, sondern nur eine weitere, aber längst absehbare Folge eines ganz natürlichen Abstoßungseffektes. (Selbst urdummes Billig-Plastik hat irgendwo eine Toleranzschwelle in Bezug auf den Anblick von Gehörgängen mancher Pubertierender.) Erst lösten sich die Schnürsenkel, kurz danach versagten auch die Gürtel den Dienst und sanken die Acht-Wochen-Klo-Hosen der Dschastin-Pascals ohnmächtig in die Tiefe, während sich die pinkenen Shirts der Schakeline-Zementhas entsetzt von den Hüft-Fettreifen zurückzogen. Da ist es doch nur logisch, dass nun auch die Ohrstöpsel entsetzt abprallen, oder? ;-)

    • Nessy sagt:

      Sie meinen also, es ist eine physikalische Sache? Oder biologisch? So wie der Körper fremde Organe abstößt, greift das Immunsystem der Ohrhörer die Jugendlichen an? Das könnte natürlich sein.

  • T.M. sagt:

    Sie machen sich keine Vorstellung, wie lange ich jetzt das Wort “Mopedrocker” buchstabiert hab, mir nicht vorstellen könnend, was ein “Mope-Drocker” sein solle. “mope” heisst “sauer sein”, “Trübsal blasen”, aber “drock” oder “drocker” gibt’s nicht. Mann, ey!

    • Nessy sagt:

      Moppe, kenn ich. “Wat ziehse ‘ne Moppe, du alte Meckertrine?”

    • kinderdok sagt:

      netter noch fand ich “Baumelstpöseln” -
      welche Varianten vier aufeinanderfolgende Konsonanten incl. Buchstabendreher so mit sich bringen.

      zum Thema: Frau Nessy, ich hatte mehr Unspiessigkeit von Ihnen erwartet. Da möchte die Jungerwachsenen schon mal teilhaben lassen am Kulturgenuss, und schon ist es wieder falsch. Im Ohr passts doch auch wieder nicht, Abkapseln und so.

      Ich interpretiere die Baumelstöpsel (?) als Aufbruch in ein neues Jahrzehnt: Raus mit den Kopfhörern, zurück zum Ghettoblaster.

    • Nessy sagt:

      Ich schrieb ja: Die U-Bahn hört gerne mit. Sido zum Beispiel. Wir sind ja offen.

  • Oh, so bin ich auch mal rumgelaufen, als ich noch zu den coolen Kids gehört hab!! Das waren noch Zeiten. Rebellische 15 Jahre alt und man wusste, wie die Welt funktioniert.
    Hach.

  • Juliane sagt:

    In diesem Winter trägt man WEISS!
    Deshalb bin ich, so als supi fashy Hipstertype froh, dass es sich bei der roten Verfehlung da oben um ein Symbolbild handelt.

  • Ponder sagt:

    Vielen Dank für den neuerlichen Service – wobei hier in Süddeutschland die dicken Schallschutz-Mickymaus-Kopfhörer noch überwiegen, das mag aber an den kalten Temperaturen liegen.

    Nebenbei: Planen Sie einen Nessy-Starschnitt? Beine gab es schon, jetzt ein Ohr – es wird spannend!

    Viele Grüße,

    der Ponder

    • basserquote sagt:

      Die ganze Nessy gabs auch schon mal, nur sehr weit entfernt, oder irre ich? Starschnitt wäre fein, mit oder ohne Bike.

    • Ponder sagt:

      Ja, Nessy-Stücke und auch ganze Nessys waren schon zu sehen, reichen aber noch nicht für einen kompletten Nessy-Starschnitt :)

  • kinderdok sagt:

    kommt eigentlich aus den unteren in-ear-Stöpseln auch Musik?

  • apostelchen sagt:

    Frau Nessy hat rote Ohren!

  • Lobo sagt:

    Noch schöner ist es ja wenn die Kiddies mit ihren blechern dröhnenden Handies in den Laden gehn und erst aufgefordert werden müssen, dieses entfernt an Musik erinnernde Getöse auszustellen.

    Vielleicht sollte man für die UBahn dann selber Kopfhörer mitnehmen, falls es zu arg wird.

  • Nihilistin sagt:

    Ich prophezeie Ihnen: In ein paar Monaten werden die die Hipster sein, die ihre ipods / iphones in ein tragbares Lautsprechersystem (Maße: 80x20x20) einklinken und dieses lässig auf der Schulter balancierend die Umwelt beplärren lassen. Spätestens dann sind wir wieder in den späten 70ern angekommen, allerdings ohne Schlaghosen, Monsterkoteletten und fein gedrehte Innenwellen.

  • wiederhoeren sagt:

    Richtig gute Ohrhörer und In Ear Monitoring Hörer werden professionell aber wirklich genau so getragen. Nur dass die im Bereich oben am Ohr biegbar sind und so schön der Kontur des Ohres angepasst werden können.
    Das hat den Vorteil, dass es weniger Kabelgeräusche beim Bewegen gibt und man sich nicht dauernd im Kabel verheddert.

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