Schule muss abgehen

14. Dezember 2012 § 38 Kommentare

Zwei Jäuster in der U-Bahn.

“Nächste Woche wird Schule voll lutsche. In Englisch gucken wir den Film weiter, in Deutsch gucken wir auch ‘nen Film, in Sport … pffff … vergiss es, ey. Alta, aber Mathe. Der zieht das echt voll durch.”

“Finde ich aber gut, Alta, dann hängst du nicht so rum. Dieses Filmgeglotze, davon wirst du doch krank, ey. Da kann ich auch zu Hause bleiben. Der Name Mathelehrer ist echt noch so’n Lehrer alter Schule. Da komm’ ich viel besser drauf klar als auf diese ganzen Versager, ey, die nur einen auf Harmonie machen.”

“Schule is’ nich’ Harmonie, Schule muss auch mal krass abgehen. Sonst gehst du hinterher arbeiten und bist voll überrascht, wie das da abgeht.”

Es besteht also noch Hoffnung für unsere Renten.

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§ 38 Antworten auf Schule muss abgehen

  • schroemu sagt:

    Die “Scheiß Versager, die auf Harmonie machen” haben zumindest mal einen Job.

    • Nessy sagt:

      Was nicht heißt, dass ihre Kundschaft nich mal darüber diskutieren darf, wie gut oder schlecht sie den Job machen. Ich bin meinem Schuster ja auch nicht dankbar, wenn er meine Schuhe schlecht besohlt, nur weil er überhaupt einen Job hat.

  • meineschreibblockadeundich sagt:

    Und was lernen wir daraus? Junge Menschen wollen klare Ansagen – und Filme in der Freizeit sehen.

    Herzlichst
    Marie

    (zu ihrer großen Freude gestern zufällig diesen/dieses Blog entdeckt habend)

  • Maracaya sagt:

    rock’n’roll!!!!

    Wer haette das gedacht.

  • Mascha sagt:

    Das nenne ich mal eine Einstellung!!! Diese ganze “Tanz Deinen Namen” Nummer nervt mich tierisch!!

    • frau quälmich sagt:

      darf ich die mal in meine klasse einladen…?
      “äh, was?! noch ‘ne deutscharbeit frau quälmich?! drei tage vorre färjen?”

    • Nessy sagt:

      Drei Tage vor den Weihnachtsferien, warum nicht? Ich stelle ja auch nicht schon eine Woche vor dem Urlaub sämtliche Arbeiten ein.

    • energist sagt:

      Werte Frau Qüalmich: es besteht ja noch die Möglichkeit, daß die Schüler sich im geschützten Bereich der S-Bahn anders über so etwas äußern als Ihnen gegenüber. Also, nicht beirren lassen ;)

    • jpr sagt:

      Gerade im Beruf ist es ja eher umgekehrt: ‘Ach ja, Du bist ja ab naechster Woche fort. Kannst Du bis dahin noch eben …?’
      Waere mal einen Versuch wert sich dort an der Schule zu orientieren und halt die letzte Woche nur noch auf Youtube zu verbringen (‘das habe ich in der Schule so gelernt’).

  • kvinna sagt:

    Sie wärmen mir mein Herz!

  • Filinchen sagt:

    Ganz köstlich! Aber was sind Jäuster?

  • andi sagt:

    Filme in der Schule gehen doch auch wirklich nicht. Dafür sind die Stühle viel zu unbequem!

    • Frau Vorgarten sagt:

      und wo ist das Popcorn.

    • Nessy sagt:

      Das fand ich allerdings auch immer! Unmöglich, die Bestuhlung.

    • energist sagt:

      Also in unserer Schule konnte man durch kunstfertiges Ineinanderstellen zweier Standardstühle einen bequemen Liegesessel generieren – wurde zu solchen Filmvorführungen auch gerne gemacht; außer eben bei den Lehrern mit etwas Zug. Und auch in den Chemie-/Physik-Räumen war das nciht drin, da gab’s feste Sitzflächen.

  • Blogolade sagt:

    Wirklich wahr? Das klingt ja traumhaft.

  • Christiane sagt:

    Lustig, ich sah das damals genauso – also nicht unbedingt mit Mathe – aber vor dem old school Lateinpauker, der auch immer durchzog, hatte ich mehr Respekt als vor dem Erdkundelehrer, der mindestens einmal im Jahr die ‘Bewässerung der Wüste’ als Film anschleppte. Und nein, ich war nicht besonders gut in Latein. Mein Sohn (16) weiss übrigens auch zu schätzen, wenn Lehrer sich vorbereiten. (Er ist auch keine Kanone und ja, ich weiss, der Job ist nicht einfach.)

    • Nessy sagt:

      Ich fand Filmgucken auch totlangweilig, zumal es irgendwelche bedeutungsschweren Streifen waren. Na gut, Mathe mit einem Arsch voll Hausaufgaben musste es jetzt nicht unbedingt sein, aber ich wäre auch nicht böse gewesen, wäre es normal weitergegangen.

  • crocodylus sagt:

    Ich zieh das auch durch. Wenn das so ist, bin ich auch vom alten Schlag.
    Mir wird schlecht vom Kekse essen mit Film gucken. Manchmal feiern wir allerdings Punkweihnachten. Dunkel machen, Lichtschlangen und abgefahres Zeugs eben.

    • Nessy sagt:

      Ich hätte spannend gefunden, mal über Aktuelles zu reden. Nachrichtenlage, aktuelle Debatten und Probleme – anstelle irgendwelche Filme. Das wäre dann kein normaler Unterricht gewesen, aber dennoch konstruktiv.

    • crocodylus sagt:

      Das machen meist die Kollegen mit Ethik, Religion, Geschichte oder Sozialkunde. Diese Themen sind durch.
      Heute haben wir über Pickel geredet, und wie man sie wegmacht.
      Und über Kopfläuse und Wanzen. Tja, und Flöhe.

    • energist sagt:

      Non scholae sed vita… ich verstehe.

  • Chris sagt:

    Schade nur, das das die Politiker und auch die Kuschelpädagogen noch nicht erkannt haben.

  • Martin sagt:

    Kenn ich bei uns werden die letzten Tage auch nur Filme geguckt, gebastelt, gespielt, …

    • Nessy sagt:

      Und in Sport: Völkerball. Schrecklich. Habe Todesängste ausgestanden, von weggewemmst zu werden und in den folgenden Tagen qualvoll innerlich zu verbluten.

  • Also, wir haben uns seinerzeit immer sehr gefreut, wenn in der Schule mal Filme gezeigt worden sind. Endlich mal Entspannung!…

    • Nessy sagt:

      Wenn’s denn vernünftige Filme gewesen wären! Pretty Woman! Oder Gremlins! Stattdessen “Tod eines Handlungsreisenden” von Volker Schlöndorff. Das war Folter.

  • Lobo sagt:

    Mein Azubi letztes Jahr :

    Kann ich nicht am letzten Schultag (vor Weihnachten) arbeiten kommen ? Ich hab kein Bock auf Kekse essen und Kaffee trinken !

    Chef, die wollen am Dienstag mit der Klasse auf den Bremer Weihnachtsmarkt, wir sollen das aber nicht sagen, weil dann die Chefs böse werden, ich hab da aber keinen Bock drauf, kann ich arbeiten kommen ?

    Ihr könnt euch ja vielleicht vorstellen, das ich fast geplatzt wäre. Wir brauchen hier im Weihnachtsgeschäft jede helfende Hand und die fahren in der Gegend rum und trinken Kaffee und essen Kekse.

  • Miria sagt:

    Das liegt doch zu einem großen Teil daran, dass die Lehrer selbst zu faul sind. Und aufgrund ihres Beamtenstatus ihren Job sicher haben, die werden ja nicht kontrolliert.

    Leider gibt es nur noch wenige Lehrer, die eben nicht eine Woche vor den Ferien Filme gucken, Keckse essen, Frühstück oder Ausflüge veranstalten, die nichts mit dem eigentlichen Inhalt der Schule zu tun haben.

    Möchte hier nicht alle Lehrer übereinen Kamm scheren, habe aber die Erfahrung gemacht, dass es bei dem Großteil so ist.

    Liebe Grüße,
    Miria

  • Juli sagt:

    @Miria: Dass alle Lehrer den Beamtenstatus haben stimmt so pauschal nicht. Zumindest kenne ich einige Lehrer, die nicht verbeamtet sind. Es werden in einigen Bundesländern kaum noch Lehrer verbeamtet, deswegen ist da oft nicht viel mit “auf dem Beamtenstatus ausruhen”. Einige hangeln sich mit Zeitverträgen von Schuljahr zu Schuljahr und wissen nicht, ob sie zum neuen Schuljahr noch an der entsprechenden Schule tätig sein werden…

    Aber zum eigentlichen Thema.
    Man soll der Jugend nicht nur Schlechtes nachsagen. Wie man an dem Beispiel sieht, so manche Schüler einfach etwas lernen und Lehrer, die sich um guten Unterricht bemühen bzw. auch kurz vor den Ferien ordentlichen Unterricht vorbereiten.
    Mir waren zu meiner Schulzeit auch die Lehrer lieber, die mir etwas beigebracht oder sich wenigstens um das Vermitteln von Inhalten bemüht haben.
    Ein Negativerlebnis aus meiner Schulzeit: In der Oberstufe des Gymnasiums einen Disney Trickfilm auf Deutsch während der Spanisch-Unterrichtsstunde ansehen und das mitten im Schuljahr. Die entsprechende Lehrkraft war nicht wirklich bemüht in dieser Unterrichtsstunde irgendwelches Wissen an uns zu vermitteln…

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