Das Kännchenblog ist umgezogen

23. März 2014 Kommentare deaktiviert

Liebe Kaffeehausgäste,

das Kännchenblog ist umgezogen. Sie finden es ab sofort in seinen neuen Räumlichkeiten in Dortmund unter

http://fraunessy.vanessagiese.de.

Kommen Sie gerne direkt zu Fuß mit rüber oder nehmen Sie den neuen RSS-Feed.

Damals am Zeichentisch

6. November 2013 § 5 Kommentare

Ebenfalls im Keller gefunden: einen Skizzenblock.

Zeichnung einer FrauZeichnung eines Jungen

Damals in Venedig

5. November 2013 § 23 Kommentare

In die Katakomben gestiegen. Keller ausgemistet. Foto gefunden:

Venedig 1992

1992

Pferdemädchen

2. August 2013 § 30 Kommentare

Frau Anne hat eine Blogparade zum Thema “Pferdemädchen” gestartet.

Ich bin ja eher ländlich aufgewachsen. Trotzdem gab es in meiner Schulklasse wenig Pferdemädchen. Wir waren alle mit Wald, Schlamm und Baumbudenbauen befasst. Da blieb nicht so viel Zeit für Pferde. Abgesehen davon hatte ich noch nie großes Interesse an Pferden. Pferde sind mir zu unhandlich.

Ich hatte erst zwei Zebrafinken, die sich allerdings trotz duldsamer und einfühlsamer Kontaktaufnahme meinerseits zu keiner Zuneigungsbekundung hinreißen ließen. Sie hießen Pumuckl und Meister Eder. Sie sind dann ziemlich schnell gestorben. Danach hatte ich einen Wellensittich, der Maxi hieß. Er führte eine Beziehung mit dem Zeigefinger meines Vaters. Zu Maxi gesellte sich Pinki, ebenfalls ein Sittich. Er verstarb, als wir im Urlaub waren. Unsere Nachbarin steckte ihn in eine Gefrierüte und fror ihn für mich ein, damit ich ihn nach meiner Rückkehr bestatten konnte. Seine Gebeine liegen seither neben einer Garagenauffahrt.

Einmal jedoch ging ich tatsächlich mit zum Reiten – mit der einzigen Schulfreundin, die sich mit Pferden befasste. Sie zeigte mir den Reiterhof, holte ein Pferd aus dem Stall und ritt damit im Kreis. Das Pferd quietschte komisch. Nicht als Kommunikationsform, sondern aus seinem Körper. Ich fragte, warum das Pferd so quietsche. Es sei ein Wallach, sagte meine Freundin, bei denen sei das so. Ich traute mich nicht zu fragen, was ein Wallach ist. Zu Hause fragte ich meine Mutter. Sie sagte, während sie eine Gurke teilte, das sei ein Pferd, dem man die Hoden abgeschnitten habe. Ach du heilige Scheiße!, dachte ich.

Ich bin danach nicht wieder auf den Reiterhof gegangen und kein Pferdemädchen geworden.

Convos with my 2 year old

24. Mai 2013 § 5 Kommentare

Gespräche mit der zwei Jahre alten Tochter - nachgestellt mit einem erwachsenen Mann. Ich freue mich schon auf Folge zwei.

[via Kikis Facebook]

#aufschrei

27. Januar 2013 § 91 Kommentare

Zum Thema #aufschrei wurde schon viel gesagt.

Ich möchte das nicht alles wiederholen. Wer mag, kann beispielsweise bei Frau Journelle, Frau Anne, Frau Nuf, Frau Kiki, oder Frau Antje nachlesen. Auch die Kaltmamsell hat etwas geschrieben. Am meisten kann ich mich mit ihrem Beitrag und dem von Frau Serotonic identifizieren.

Was am erstaunlichsten an dieser ganzen Sache ist, ist, dass offensichtlich jede Frau mindestens fünf Begebenheiten erzählen kann. So natürlich auch ich.

Ich möchte an dieser Stelle nicht in die Tiefe gehen, denn mit den meisten Begegnungen, insbesondere denen der vergangenen fünf Jahre, halte ich mich nicht lange auf. Ich bin inzwischen selbstbewusst genug, um mir davon nichts anzunehmen, auch wenn der vertraute Griff eines unvertrauten Herrn bei mir jedesmal Abscheu auslöst, egal ob er an die Taille, ans Gesäß oder nur an den Arm geht. Das jüngste Ereignis war vor wenigen Monaten, als ich in der Innenstadt stand, auf jemanden wartete und eine männliche Stimme mir mit warmem Atem von hinten ins Ohr raunte: “So schöne feste Schenkel. Zwischen denen möchte ich liegen.” Ich ging wortlos fort, einfach geradeaus, ohne mich zu ihm umzudrehen. Ich habe noch nicht einmal sein Gesicht gesehen.

Zwei Begegnungen werde ich niemals vergesse. Ich hatte sie als junges Mädchen. Einmal befand ich mich im Freibad. Ich tauchte und konnte sehen, wie ein Mann im Nichtschwimmerbereich des Beckens stand, sein Glied hing aus der Badehose, und er rieb es. Ich konnte das seinerzeit nicht einordnen, fand es nur abstoßend und erzählte es meiner Mutter. Sie war sich sicher, ich hätte es mir nur eingebildet.

Die zweite Begegnung fand statt, als ich schon ein Teenager war, 15 oder 16 Jahre alt. Meine Mutter hatte mich einkaufen geschickt, es war ein sonniger Sommertag, ein Auto mit einem Mann hielt neben mir.

“Kann ich dich etwas fragen?”, sagte er. “Ich suche etwas.”

Ich ging zu ihm, denn es kam öfters vor, dass Leute nach dem Weg fragten, ich dachte mir nichts dabei. Auch er fragte mich nach dem Weg – zum Puff.

Ich wusste, wo der Puff war, ich war schließlich alt genug, außerdem gab es in diesem kleinen Ort im Sauerland nur einen einzigen Puff – den kannte jeder. Dennoch war ich für einen kurzen Moment perplex: So eine direkte Frage, wer rechnet denn damit? Ich schaute mir den Mann an, und als mein Blick auf den Sitz wanderte, sah ich, dass er nur eine Shorts trug, eine sehr kurze Shorts. Sein Penis hing aus der Hose auf seinen rechten Oberschenkel. Er war mit einem Gefrierbeutel umhüllt, und der Mann musste bereits mehrmals hinein ejakuliert haben, denn der durchsichtige Beutel war verschmiert und voll mit Sperma.

Ich erklärte ihm schnell den Weg zum Puff. Einmal wenden, die Straße runter, dann rechts, und nach 500 Metern sind Sie da. Bitteschön.

“Wenn du magst, kannst du mitkommen”, sagte er und grinste.

Ich lief fort. Ich habe niemandem davon erzählt.

Schule muss abgehen

14. Dezember 2012 § 38 Kommentare

Zwei Jäuster in der U-Bahn.

“Nächste Woche wird Schule voll lutsche. In Englisch gucken wir den Film weiter, in Deutsch gucken wir auch ‘nen Film, in Sport … pffff … vergiss es, ey. Alta, aber Mathe. Der zieht das echt voll durch.”

“Finde ich aber gut, Alta, dann hängst du nicht so rum. Dieses Filmgeglotze, davon wirst du doch krank, ey. Da kann ich auch zu Hause bleiben. Der Name Mathelehrer ist echt noch so’n Lehrer alter Schule. Da komm’ ich viel besser drauf klar als auf diese ganzen Versager, ey, die nur einen auf Harmonie machen.”

“Schule is’ nich’ Harmonie, Schule muss auch mal krass abgehen. Sonst gehst du hinterher arbeiten und bist voll überrascht, wie das da abgeht.”

Es besteht also noch Hoffnung für unsere Renten.

Neues von der Trendpolizei

26. November 2012 § 42 Kommentare

Dieses Blog ist ein Serviceblog. Auch in Sachen Trends.

Deshalb jetzt der Pro-Tipp für alle Mopedrocker, die noch melonenhäftengroße Kopfhörer auf ihre Schädel schnallen: Ihr seid absolut unkultig. Im Ruhrgebiet – und wir wissen ja alle, dass die naturcoolsten Upstyler aus dem Pott kommen – hört man die Lalla neuerdings mit lässig über die Ohrmuschel gehängten Stöpseln.

Neuer Trend: Baumelstöpsel

Nachgestellte Szene

Allein heute habe ich in meiner Funktion als Style-Polizistin vier Pubertanden mit Baumelstpöseln gesichtet – unabhängig voneinander! Klar, der Sound kommt nicht so gut rüber, wenn die Hörer außerhäusig bammeln, aber Ihr müsst halt entscheiden: entweder Klangorgasmus oder derber Hipster. Dreht einfach die Lautstärke auf Vuvuzela, dann geht sich’s schon aus. Wenn’s zu sehr dengelt, keine falsche Scham: Die U-Bahn hört gerne mit.

Die Mutterkuh

22. November 2012 § 40 Kommentare

Frau Barbamolle kommentiert, dass sie ihre erste Bühnenerfahrung als Baum sammelte, ein Einsatz, der leider in keine großen Karriere gemündet habe. Ein guter Anlass, um von meiner ersten Bühnenrolle zu sprechen. Es war im Kindergarten, und ich erinnere mich außerordentlich gut: Ich war die Mutterkuh.

Das Stück handelte vom kleinen Kälbchen Fridolin. Was dem Kälbchen widerfuhr, habe ich vergessen, aber nicht, wer die Hauptrolle bekam: Es war meine Kindergartenkameradin Sonja, mit der mich eine intensive Hassliebe verband. Einerseits spielten wir recht gerne miteinander, ich besuchte sie oft zu Hause, sie hatte ein fantastisches, von ihrem Vater selbstgezimmertes Holzhaus im Garten, und ihre Familie besaß einen Dackel, für den die Bezeichnung “phlegmatisch” noch deutlich zu lebhaft ist, der mir aber in tranfunzeliger Ergebenheit zugetan war. Ich spielte gerne mit Sonja und ihrem Dackel, doch Sonja hatte auch die Angewohnheit, ziemlich hinterfotzig zu sein. Als wir im Kindergarten einmal kochten, fragte sie mich, ob ich Pilze möge. Als ich verneinte, sagte sie, dann würde sie sie nun besonders klein ins Gulasch schneiden, damit ich sie auf keinen Fall raussuchen könne. Gegenüber der Kindergärtnerin behauptete sie, sie habe so viele ins Gulasch geschnitten, weil ich sie so gerne möge. Ich werde diese Szene und meine sprachlose Ohnmacht, die ich in dem Moment angesichts dieser grundlosen Gehässigkeit empfand, nie vergessen.

Sonja spielte also die Hauptrolle in unserer Aufführung, und ich sollte ihre Mutter sein. Ich war ein groß gewachsenes Kind, was auch in den Folgejahren dazu führte, dass ich immer die Mutterrollen zugeschustert bekam, oder noch schlimmer: in Ermangelung schauspielinteressierter Jungen männliche Rollen spielen musste, was ich ziemlich daneben fand und mich letztendlich davon abhielt, mich intensiver dem Theater zu widmen, obwohl mir das Schauspiel an sich viel Freude bereitete.

Neben den Rollen des Fridolins und der Mutterkuh gab es eine Menge Bäume und Sträucher, die nach ausgiebigem Casting ebenfalls besetzt wurden. Letztendlich durfte ich mich glücklich schätzen, dass ich eine Sprechrolle hatte, auch wenn diese sich schlimmer anfühlte, als ein Baum zu sein, denn welchem Erwachsenen auch immer ich stolz von meinem bevorstehenden Auftritt berichtete, er reagierte stets mit einem gewissen Amusement – einer Belustigung, von der ich nicht viel, aber dennoch genug verstand, um sie als Spott zu empfinden. So kam es, dass ich mich während meines Auftritts als Fridolins Mama in Grund und Boden schämte.

Fünfzehn Jahre später spielte ich noch einmal eine Mutter: Frau Bergmann in Frank Wedekinds “Frühlingserwachen”. Ich selbst hatte meinen Kindergarteneinsatz zu dem Zeitpunkt lange vergessen, wurde aber ziemlich bald nach Besetzung der Rolle mit verwandtschaftlichen Kommentaren daran erinnert: Auf Mutterkuh sei ich wohl gebucht. Danach habe ich das Theaterspiel aufgegeben.

Neue Arbeitszeitmodelle: Ideen der Jugend

11. September 2012 § 41 Kommentare

Ein Chick in der U-Bahn quasselt ins Telefon:

“… ‘sch bin voll fertich, ey, wegen Schule. Wegen mir könnten die nach den Ferien ers’ma so’ne Anlaufphase machen, so zum Warmwerden ers’ma nur drei Stunden am Tach, so von zehn bis eins oder so, damit du nich’ gleich voll am Rad am Drehen bis’. Und dann wär’ gut: sieben Tage Schule am Stück und dann eine Woche frei statt fünf Tage und dann Wochenende und dann nochma’ fünf Tage. Kommt aufs Selbe raus, aber dann biste nich’ so im Arsch, Alta, ich schwör dir, ich bin total am Ende, und heute is’ ers’ Montach, ich bin vom Wochenende total am Ende. Wenn gestern jetz’ nich’ Wochenende gewesen wär’, sondern Schule, weißtu, sieben Tage Schule halt, dann wär’ heute frei und ich wär’ voll gechillt. Auch für später, für’s Arbeiten fänd’ ich das gut: sieben Tage arbeiten, dann eine Woche frei, verstehe gar nicht, warum das noch keiner eingeführt hat, Alta, so gehste doch kaputt, ey, immer fünf Tage arbeiten, nur zwei Tage frei und dann wieder fünf Tage, Alta, und wenn du irgendwo anne Kasse sitzt, ey, kannste samstags auch noch arbeiten, das ist voll hart. Deswegen, ich sach’ dir, ich und Kasse, niemals, ey, eher mach’ ich Tierarzthelferin, da kannste dich dann auch mal verdrücken und Tiere streicheln und so, dann biste nich’ schon am Montach so total durch.”

Wo bin ich?

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